Die Gelbe Tapete

Eine Adaption für die Bühne (Monolog) aus der 1892 veröffentlichten Kurzgeschichten von Charlotte Perkins Gilman.


Ein wenig schreiben... Es gelingt nicht ...
Ich kann die Gedanken nicht fassen.
Wenn ich einen fasse,
fällt mir dazu das Wort nicht ein.
Und fort ist er wieder... der Gedanke ...
Und habe ich wirklich mal beides,
gelingt es mir nicht zu schreiben.
Jedes Wort klingt hohl, jeder Gedanke leer.
Schon bin ich restlos erschöpft .
Nervenschwäche, sagt John. Nervenschwäche.
John ist Arzt, wissen Sie und ein angesehener Psychologe ...

"Manfred Giesler zeigt in seinen Stücken, in einer individuellen, kraftvollen Sprache, Bezüge zwischen Revolution, Realität und Wahnsinn. Der Wahnsinn wird zur Gegenwelt in der nichts mehr gilt. Wahre Revolution kann nur die gegen die Vernunft sein." Nicola May, Stadttheater Bern

Manfred Giesler

Porträtiert von Johannes Grützke

Porträtiert von Johannes Grützke

Manfred Giesler ist 1948 in Fürth geboren und hat dort nie gelebt. Durch allerlei Schulen in einigen Städten und Ländern musste er gehen. War mit Fünfzehn Sänger in einer Rockband. Landete mit Anfang Zwanzig als Ingenieur in Berlin, lernte Philosophie und diese zu lieben bis heute, ebenso das Theater. Er schätzt es nicht zu schreiben, aber was soll er sonst machen. Hat mehr hinter sich als vor sich. Giesler bewundert Hans Henny Jahnn, Franz Schubert und die Stones, steht auf Malerei und Rotwein, letzteren besonders beim Bergsteigen.