zündplättchen oder nach 49

Brökel zeigt in seinem Kindheitspoem "zündplättchen oder nach 49" was "nach 49" von der Erwachsenenwelt so gespielt wurde-, kurz nach dem Krieg, in einem Brandenburger Dorf, Refl exionen aus dem Osten, die auch in den Westen reichen: seine Kinderjahre, bis zur Einschulung. Dabei erinnert er sich seiner Kinderaugen und -ohren, der Worte und Wendungen von damals, die ihm in den Kindermund gelegt wurden und auf die er sich so seine Verse auf die Welt machte. Fotografien aus dieser Zeit, nach Brökel's Art, bereichern dieses ungewöhnliche Buch.

Auszug aus dem Buch
 

ich hatte halblang
mein onkel wellen.
die meisten hatten
eine tolle.
im feldweg war einer
der hatte brechtschnitt
und flausen im kopf.

 

Stimmen über das Buch und Autor
 

Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass in diesem Poem ein Roman steckt, allerdings einer, der die Vorstellungskraft des Lesers  braucht, um sich zu entfalten. …Wie ein Kind zur Persönlichkeit wird, auch in Distanz zur Erwachsenenwelt - durch Übermut, in Ängsten und vielleicht am Wichtigsten, beim Kichern.                                                               

– Irmtraud Gutschke, neues deutschland, 1.12.2016

Einfühlsam Brökels Zeilen, die seine Kindheit in dem untergegangenen Dorf schildern und ein Heimatgefühl herstellen, welches man aus dieser Gegend nur von Strittmatter kennt.   

– Reinhard Pfeiffer, Märkische Oderzeitung,20.11.2017                           

Ingolf Brökel

Ingolf Brökel wurde in Sauo bei Senftenberg geboren, studierte Physik, arbeitete danach vornehmlich in Forschungseinrichtungen und lehrte von 1990 bis 2018 an einer Berliner Hochschule Physik. Zahlreiche Buch- und Hörbuchveröffentlichungen (Lyrik, Essays, Kurzprosa, Übertragungen) und Szenische Lesungen. Zuletzt erschienen bei PalmArtPress im b. raum, Gedichte (2017) und Hannah Habil oder 137 Ansätze, Miniaturen (2019).