Ingolf Brökel

im b.raum

Der Raum, den der Autor aus verschiedenen Perspektiven für den Leser öffnet, erweist sich als ein geschichtlicher Raum, in dem ein Ich lyrische Schlaglichter auf entscheidende Stationen seines Werdeganges  wirft – von der Nachkriegskindheit über die Sozialisation im Osten Deutschlands, von der Vernichtung seines Heimatortes im Lausitzer Braunkohletagebau über die Erfahrungen und Erkenntnisse der 89‘er Wende- und Nachwendezeit  bis zur unmittelbaren Gegenwart. Dabei weitet sich der Themenkreis zunehmend von den nationalen Problemen, Moden und Stimmungen zum Globalen.

Auszüge aus dem Buch

die breite von brecht/die länge von benn/und die höhe ist büchner

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berliner pflanze
es sei kein leben
sagst du
im www
du bist zwar vernetzt
aber verbunden
mit keinem
du willst
dir das leben nehmen
in der erde
sagst du
steckt es.

                           * * * * *

stille betrachtung
ungebeten
und unfreiwillig
bist du da
ohne zu wissen
wozu und
warum
und worauf warten
von bleiben
war nie die rede
daß die erde
dich anzieht
merkst du erst
am ende.


Stimme über Buch und Ingolf Brökel

„Formal scheinen die Texte in ihrer Schnörkellosigkeit, Nüchternheit und konsequenten Lakonie mit denen Bertold Brechts und Günter Kunerts  verwandt. Mit Brecht teilt er den Hang zur Parabel, mit Kunert die Skepsis, doch spielt Brökel auf einer eigenen, unverwechselbaren Klaviatur.“

– Dorothea von Törne

Wahrnehmungsprotokolle eines leisen, scharfzüngig scheuen, aufrichtig schelmischen Dichters. Dessen Poesie trägt offene, neugierige, große Augen in einem Gesicht, das Freundlichkeit wie eine Herausforderung präsentiert - mit der Gewissheit, dass die Welt jede Freundlichkeit wie eine Kampfansage  empfinden muss.                   

– Hans-Dieter Schütt, neues deutschland, 28.09.2017

In seinem letzten Gedichtband „im b. raum“ schimmert doch wieder Physik durch wenn er die Gauß‘sche Glockenkurve verarbeitet und diese in reinen Glockenklang verwandelt.

–  Reinhard Pfeiffer, Märkische Oderzeitung, 20.11.17

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