Bianca Döring

Im Mangoschatten

Von der Vergänglichkeit

„Selbst an meinem fünfzigsten Geburtstag war ich noch unsterblich, danach plötzlich nicht mehr.“ Von der Vergänglichkeit, vom Leben und Sterben, von der Hinfälligkeit allen Da-Seins, sowie einem darin leidenschaftlich nach Verortung suchenden Ich handelt das neue Buch der Schriftstellerin, Malerin und Musikerin Bianca Döring. In einer Collage aus Beobachtungsfetzen, Erinnerungen, zwischenmenschlichen Szenen, inneren Bildern und Reflexionen bewegt sich der Text entlang einer angedeuteten Erzählung, ohne je vorzugeben, er wisse irgendetwas von seinem Thema, dem er sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zuwendet. Die Mutter, die Schwester, die Freundin, der Lebensgefährte, Bekanntschaften, Ärzte, Autoschrauber, Schüler, Galeristen, sie alle haben immer das Thema im Gepäck, „Die Katastrophe, die nie mehr weg geht“. In einer eindringlichen Mischung aus Melancholie, leisem Witz und Kompromißlosigkeit gelingt es Bianca Döring, uns hineinzuziehen: „Sollte man diese schwerwiegenden Täler in einem italienischen Café bei Hundegebell überhaupt betreten, oder sind sie überhaupt garnicht schwerwiegend, weil sie sind ja allerweltswiegend täglichkeitswiegend überallwiegend notwendigwiegend und himmelschreiend. (…) und wo ist überhaupt das einstige Smaragd des Sees hingeschmolzen?“

 

Stimmen über Bianca Döring und "Im Mangoschatten – Von der Vergänglichkeit"

" Es gehört ohne Überstreibung zur besten Prosa, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Das Buch ist traurig, ehrlich, schonungslos – und brilliant geschrieben."

– Jürgen Brocan, Fixpoetry, 16. Dezember 2019  <Link>

"Im Mangoschatten" (...) ist eine Auseinandersetzung mit dem Altern, dem Sterben und dem Tod, eine Erzählung, die ebenso radikal wie poetisch mit dem Thema umgeht. (...) ein eindringlicher existentieller Text über die "Katastrophe, die nie mehr weg geht". Das so gar nicht unterhaltsame Thema, das sich ihr in den Weg stellt, meistert sie, indem sie ihre Gefühle zu Wort kommen lässt und eine Sprache mobilisiert, die den Protest und den Einspruch gegen das Unausweichliche formuliert und damit Widerstand leistet."

– Harry Oberländer, Faust Kultur, 7. Oktober 2019  <Link>

"Die in Berlin lebende Sängerin, Malerin und Schriftstellerin Bianca Döring scheint sich diese Aufgabe auch gar nicht gestellt zu haben. Ihr geht es nicht um Einfallsreichtum, sondern um Empfindlichkeit, nicht um originelle Erkenntnisse, sondern um das aufrichtige Selbstgespräch über das Alter als Krankheit zum Tode."

– Jan Koneffke, Berliner Zeitung, 18. Juli 2019

"Bianca Dörings Text bewegt sich auf sozusagen vermintem Gelände, in einem Feld, das meist als anstrengend empfunden wird und auf dem sich dann doch alle, eher ungern als gern, bewegen müssen. Und er bearbeitet dieses Feld mit einer sehr lebendigen, farbigen, widerständigen Sprache. Bis in den Satzbau hinein ist ein Aufbäumen, ist die Entschlossenheit spürbar, dem Unausweichlichen wenigstens auf dem Papier etwas entgegen zu setzen, Paroli zu bieten."                        

– Martin Zingg

"Was Bianca Döring uns über das Altern berichtet, ist weit jenseits aller Trostbüchlein und optimistischen Versprechungen ewiger Jugendlichkeit angesiedelt. Sie spricht von der existentiellen Erschütterung, die sie durch das Altern erfährt, von der Unfassbarkeit jener körperlichen und seelischen Prozesse, die uns erbarmungslos unsere Vergänglichkeit bewusst machen, mit jedem Jahr mehr.  In ihrer einzigartigen poetischen Sprache führt die Autorin uns an das Unvermeidliche heran."

– Natascha Wodin

"Bianca Dörings Text geht an die Grenze des Erträglichen. Deshalb finde ich ihn richtig: es nervt mich nämlich (worüber Döring hier so minutiös schreibt), dass Menschen schwer altern müssen, sterben müssen, um mich herum und in mir, es sprengt stellenweise die Grenzen des Aushaltbaren. Und es bestürzt mich seit meiner Kindheit, dass wir "ich" lernen, um es dann wieder mühsam aufzugeben; auch davon spricht dieses Buch. Die höheren Erkenntnisse der Physik, wer weiß, oder der Religionen oder der Philosophien wissen da weiter. Dieser Text aber bringt all den Jammer über das Altern und den Verfall, den wir in uns haben in eine unverwechselbare Sprache. Ich finde ihn auf seine Art schonungslos. Und er kommt ohne gefällige Erzählform aus - hat dieses Leben, das in den Tod hineinläuft etwa eine gefällige Erzählform?"

– Lioba Happel

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