Berndt Wilde

MY NY

New York Zeichnungen / Drawings

Auswahl, Bearbeitung und Einleitungstext: Sibylle Badstübner-Gröger

Mit einem Poem des amerikanischen Schriftstellers Matthew Graham, in der deutschen Übertragung von Ingo Schulze.

„I  LOVE  NEW  YORK – MY  NY“ zeigt erstmals, weitgehend in Originalgröße, eine Auswahl von 65 Zeichnungen, Skizzen und Objekten des Berliner Bildhauers Berndt Wilde, die während seines Aufenthaltes in New York im Winter 2005 auf Kassenzetteln, Tüten, auf Notizblättern und in Skizzenbüchern entstanden sind. Diese momentanen Skizzen sind weder klassische Bildhauerzeichnungen, noch zeichnerische Dokumentationen, sondern furios gezeichnete Eindrücke. Auf seinen Streifzügen durch Straßen und Museen der amerikanischen Metropole hielt der Künstler architektonische Besonderheiten, wie Treppen, Raumdurchblicke im Museum of Modern Art, dem Metropolitan Museum of Art oder im American Museum of Natural History oder Vorstadtfassaden und Bekrönungen der Skyscraper oder einzelne Kunstwerke in den Sammlungen fest. Immer unmittelbar vor Ort griff er zum Fineliner oder Filzstift und zum Kassenzettel seines täglichen Einkaufs. So sind Geschäfte, Adressen, Waren, Preise und Daten ablesbar geblieben und in die künstlerische Gestaltung integriert, somit wird dem Betrachter ein lebhaftes Bild der New Yorker Tage des Künstlers vermittelt. Die dreidimensionalen, Schatten werfenden Raumkörper aus Hölzern, die vor allem die Glasbausteine des MOMA zum Vorbild nahmen, entwickelte Berndt Wilde im kleinen Arbeitsraum des Atelierhauses „Point B Studio“ in Brooklyn beim Lampenschein.

Der Band, der zum 75. Geburtstags des Künstlers erscheinen wird, zeigt eine bisher unbekannte und überraschende Seite des Berliner Bildhauers.

 

Berndt Wilde

©  Bernd Kunert

© Bernd Kunert

Berndt Wilde wurde in Dessau geboren, 1965 -1970 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, 1970 – 1971 Aspirantur an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, 1975 Wettbewerb Heinrich-Schütz-Denkmal für Dresden, erst 1985 aufgestellt, 1980 – 1983 Meisterschülerstipendium an der Akademie der Künste Berlin bei Werner Stötzer, 1985 Heinrich- Schütz-Denkmal für Bad Köstritz, 1989 Skulptur „Hoffnung“ im Rahmen des Friedensdenkmals Leonberg, initiiert von Hans Sailer, 1991 - 1992 Lehrauftrag für Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, 1992 -1993 Lehrauftrag für Zeichnen an der Hochschule der Künste Berlin, 1992 – 1993 Realisierung des Musensteins für Karl-Friedrich Schinkel, Neuhardenberg, 1993 -2011 Professur für Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, Arbeiten in Museen und Sammlungen, lebt und arbeitet in Berlin.

Dr. phil. Sibylle Badstübner-Gröger Kunsthistorikerin und Kuratorin; Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin; 1959-1960 Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden; 1960 Arbeitsstelle für Kunstgeschichte und ab 1970 Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften; 1972 hat sie promoviert; 1989 Zentrum für Europäische Aufklärung, Potsdam; 1990 Studienaufenthalt in Florenz; 1999 DFG- Forschungsauftrag an der Akademie der Künste Berlin; seit 1991 Vorsitzende des "Freundeskreises Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e.V.; Lehraufträge an der Hochschule für bildende Künste Dresden, der Freien Universität und Technischen Universität Berlin; Gastvorlesungen in den USA; Veröffentlichungen zur Kunst- und Architekturgeschichte von Berlin und Brandenburg; Kuratorin von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im In- und Ausland (u.a. in den USA, Brasilien, Polen und Portugal); Katalogbeiträge und Eröffnungen zur zeitgenössischen Kunst. Mehrere staatliche Auszeichnungen.

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