Wolfgang Nieblich

Maculatura

Das auf medialen Quantensprüngen basierende Nebeneinander herkömmlicher Print-, Ton- und Filmträger mit Disketten, Handys, Computertastatur, Maus und anderen Medien findet in der Installation The Black Forest, einem sich ständig erweiternden Medienwald von Nieblich, plastischen Ausdruck. Schwarze Flecken und Makulatur stehen hier als Jagdrevier für neugierige Augen ausreichend zur Verfügung.


Für Wolfgang Nieblich steht die Auseinandersetzung mit Material, Form, Struktur, Herstellung, geistigem Gehalt, Funktion, Umgang und dem Gebrauchswert von Büchern im Mittelpunkt seines Schaffens, und zwar in beeindruckender Komplexität. Formale Experimentierfreude, Vielschichtigkeit und wechselseitige Verknüpfung von Wirkungsebenen des Buches finden Ausdruck in seiner dialektischen Zeichensuche.
H. Schneiderheinze

Wolfgang Nieblich

1948 in Reutlingen geboren
seit 1973 ca. 450 Ausstellungen im In- und Ausland
1970 - 74 Studium Malerei und Grafik in Berlin
seit 2005 Stiftungsrat der ZFB Stiftung, Leipzig (Zentrum für Bucherhaltung)

Den Künstler beschreibt man am besten mit einem Zitat aus dem Buch 24 Stunden:

Der Künstler wurde oft gefragt, was er tagsüber, abends und nachts so tue, außer Rotwein trinken und lange schlafen. Der Künstler antwortete: Außer meinen Tätigkeiten als Maler, Grafiker, Objektkünstler, Bildhauer, Installationskünstler, Bühnenbildner, Steinesammler, Fotograf, Modellbauer, Streetart-Artist, Verleger, Autor, Herausgeber von Einblattdrucken, Geschichtenerzähler, Liedtexter, Buchbinder, Architekt, Drucker, Vergolder, Illustrator, Möbeldesigner, Grafikdesigner, Schmuckdesigner, Betongießer, Ausstellungsdesigner, Erfinder, Eisenbieger,  Querdenker, Schlosser, Ideenproduzent, Zeichner, Programmierer, Informatiker, Modedesigner, Schriftschreiber, Bilderrahmer, Passepartoutschneider, Operateur,  Hausmeister von PalmArtPress, Anthologist und Karikaturist, eigentlich nichts.“