Kunst Stationen - Zwischen Architektur und Kunst

Der Landschaftsarchitekt Kamel Louafi entwickelte im Laufe seines Schaffens aufgrund vielfältiger Erfahrungen seine eigene Position zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Unendliche Diskussionen und Auseinandersetzungen über die Kunstprojekte Dritter in den von ihm gestalteten Außenanlagen überzeugten ihn davon, in seinen Gartenanlagen auch seine eigene Kunst zu positionieren und so das Thema “Kunst” dort selbst zu besetzen. Kunst, die nur an diesem bestimmten Ort funktioniert. Kunst, die komplementär zur Freianlagengestaltung gedacht ist.

Kamel Louafi beschreibt in seinem Buch die Objekte, Räume und bildhauerischen Arbeiten, welche komplementär innerhalb des Entwurfsgerüsts der Freiräume entwickelt wurden. Sie sind Teil des Ensembles und Louafis Interpretation der Geschichte, des Ortes, der Vision, sie sind Teil der Landschaft. Jede künstlerische Annäherung und Skulptur ist in Bezug auf das Gesamtprojekt entworfen und kann nicht an einen anderen Ort verpflanzt werden, sie unterstreichen die Autonomie, ohne den Kontext zu ignorieren. 

Die Kreation entsteht zunächst wie ein Gemälde aus mehreren Schichten. Die Geometrie, die Referenzen, die Anforderungen bilden die ersten Schichten, sie werden wieder aufgenommen, instrumentalisiert, verteilt, erweitert und bilden die ersten Umrisse der gesamten Komposition. Die erste Schicht wird mit der zweiten Schicht überlagert, sie verschmelzen und bilden eine neue Schicht. Die ersten Silhouetten werden im Gestaltungsprozess entstehen, das Bild nimmt Form an, die Interpretation wird Gestalt annehmen, die Absichten werden sichtbar. Das Imaginäre ist artikuliert, es drückt die Emotion aus, es entsteht eine Erscheinung, das Auge entdeckt die Schöpfung. Es geht darum, das Unsichtbare zu artikulieren, es zu materialisieren und gleichzeitig die Ignoranz des Kontextes abzulehnen und die Kunst mit der Landschaft zu verbinden.

Kamel Louafi

Kamel Louafi geboren in Batna, Algerien, ist ein algerisch-deutscher Autor,
Topograf, Landschaftsarchitekt und Künstler. Er studierte zunächst Topografie in Algerien und Frankreich und war im Ministerium für Forstinventur und Landesentwicklung in Algerien tätig. 1980-1986 studierte er Landschaftsplanung an der TU Berlin und gründete 1996 sein eigenes Landschaftsarchitekturbüro in Berlin. Seit 2000 ist er Kuratormitglied bei der Architekturgalerie AEDES, Berlin und seit 2017 Beiratsmitglied im Centrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) in Hannover sowie Mitglied der Kommission für die Stadtgestaltung in Algier, Algerien. 

Zu Louafis Projekten als Landschaftsarchitekt und Künstler gehören u.a. die Gärten der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover, der neue Königsplatz in Kassel (2003), der Orientalische Garten in den Gärten der Welt in Berlin (2005), der „Bocage-Park“ am Flughafen Bremen (2007), der Opernplatz in Hannover (2009), der „Place de la Résistance“ in Esch-sur-Alzette, Luxemburg (2014), der Rat-hausvorplatz Trammplatz Hannover (2015), der Welfengarten Hannover (2018) sowie im Ausland die Gartenanlage der „Scheich-Zayid“-Moschee in Abu Dhabi (2003) und der Ziban-Garten in Biskra, Algerien (2017). Alle seine Projekte zeichnen sich durch die Integration von eigenen Kunstwerken, meist in Bronze, aus.

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