Jörg Rubbert

Beach Lovers

Ein kollektives Phänomen: Der Mensch und das Meer.

Die Menschen streben universell und zu allen Zeiten ans Meer - auf der (Sinn-)Suche nach Freizeit, Freiheit und Glück. Um dieses unnachahmliche Gefühl zu erleben, mal ohne Termine, ohne Zeitdruck, ohne Verpflichtungen, ohne ständige Erreichbarkeit einfach den Moment zu genießen und irgendwie festzuhalten. Jörg Rubbert schuf mit diesem Buch die Atmosphäre eines endlosen Sommers. Genuss und pure Lebensfreude stehen dabei im Vordergrund. Es ist die Leichtigkeit des Seins, die sich in den Bildern widerspiegelt. Das Meer dient dabei als Kulisse der Selbstinszenierung, als einer der wenigen Orte, an denen Freiheit gelebt wird und möglich scheint. Dieses Gefühl einzufangen und damit die ureigenen Bedürfnisse und Freiheitsgrade eines jeden von uns zu vermitteln, ist eine Grundintention dieser Bilderserie. Die fotografierten Protagonisten - ob sie am Strand spazieren gehen, auf das Meer blicken oder die Aufmerksamkeit anderer suchen - sind stets real und teilen mit uns das einzigartige 'Beach-feeling'. Obwohl die Bilder über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren entstanden, scheinen sie zeitlos zu sein. Sie spannen einen Bogen von den Strandpromenaden der mondänen Badeortean der Côte d'Azure bis zu den eher weniger bekannten Küstenorten an Amerikas Ost- und Westküste.

Jörg Rubbert

Für Jörg Rubbert, geboren 1963 in der Nähe von Hamburg, spielt die Straßenfotografie als selbst bestimmtes Arbeitsfeld eine essentielle Rolle. Sie nimmt nicht nur bis heute einen breiten Platz in seinem Werk ein, sondern bestimmt auch seine ästhetische Herangehensweise und seinen Umgang mit der Kamera.

Sein Thema ist dabei weniger die Stadt als sich entwickelnder urbaner Organismus, sondern die Stadt als Bühne und Handlungsraum für Menschen, die sich ihr anvertraut haben. Es handelt sich nicht um Stadtansichten, in denen Architektur, Städtebau sowie Sehenswürdigkeiten im Vordergrund stehen, sondern um das vielschichtige und flüchtige Leben in der Stadt.

Bereits 1986 veröffentlichte die international bekannte Schweizer Zeitschrift "Photographie" sein Portfolio "Menschen auf der Straße". Gegen Ende des Jahrzehnts entstanden dann seine umfangreichen Fotoprojekte in Paris, New York und Berlin.

Auf der Straße fotografiert Rubbert ausschließlich in Schwarzweiß. Er verlässt sich dabei immer auf die vorhandenen Lichtverhältnisse ‒ kein Ausleuchten, kein Blitz oder andere technische Raffinessen. Er wählt für seine Aufnahmen ausschließlich Standardobjektive, um den Bildausschnitt so authentisch wie möglich wirken zu lassen.

Jörg Rubbert fotografiert bis heute analog. Bei den Abzügen vermeidet er jegliche manipulative Eingriffe. So sind die fertigen Abzüge keine gestochen scharfen Ansichten mit Messbildcharakter, die einen porentiefen Einblick ins urbane Gewebe geben könnten, sondern lichtgraphische Stimmungsbilder, bisweilen grobkörnig, malerisch und kontrastreich.

Entstanden sind zeitlose Bilder, die von einem starken Interesse für gesellschaftliche Themen und tiefem Einfühlungsvermögen für die Belange der Menschen zeugen: Ihn interessieren maßgeblich die Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen - ihren täglichen Kampf um eine Perspektive und Anerkennung in der Gesellschaft.

Rubbert vertritt die humanistische Richtung in der Photographie, deren Ziel es ist - mit Fokus auf den Menschen in seinem sozialen Umfeld - auch die kleinen Geschichten des Alltagslebens in den Mittelpunkt zu rücken. Jörg Rubbert war von 2009 bis 2014 Galerist und Mitglied in der Fotografenvereinigung AFF (Atelier Freier Fotografen). Er lebt und arbeitet in Berlin.

Michael Nungesser (Kunsthistoriker)

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