Kornelia Boje

Gesang der weißen Wände

Die „Unvollendete“, so Esthers Selbstbeschreibung: Ein Geburtsschaden an der Wirbelsäule.
124 Tage Existenz im Liegegips, Gipskorsett danach, eine misslungene Knochentransplantation. Schmerzen, Hoffnung, Enttäuschungen: „Sie hatte keine Vorstellung von Glück, nur von Bewegung“. Die junge Frau weiß, dass nur sie allein ihre Lebenslast tragen und meistern kann. Sie wird dennoch eine erfolgreiche Journalistin, sie will leben wie andere Menschen, sie kämpft um einen aufrechten Gang trotz ihrer „unvollendeten“ Wirbelsäule. Aber das Leben ist nicht so. Es ist ganz anders – für ihre Mutter, ihren Kinderfreund und späteren Mann Sebastian - ein Musiker, der nach einem Autounfall verletzt seine Karriere als Solist aufgibt: Er kann die Welt nicht mehr lieben, nicht die Musik und auch nicht sich selbst. 

"Die Mühsal des aufrechten Ganges" - und wie viel Kraft es kostet, sich Verletzungen entgegenzustellen, Traumata anzunehmen, Projektionen seelischer Schmerzen auszuschließen: durch das allmähliche Verstehen, das alles so ist wie es ist.

 

Stimmen über Kornelia Boje und Gesang der weißen Wände

"Kornelia Boje formuliert knapp, lakonisch, ohne Ausschmückungen, konzentriert aufs Wesentliche. Auch in ihrer Lesung setzt sie auf Understatement, interpretiert wenig, lässt die Worte wirken – was gelegentliche emotionale Ausbrüche umso stärker zur Geltung kommen lässt. „Gesang der weissen Wände“, als Buch und Hörbuch bei PalmArtPress erschienen, ist ein lebenskluger Roman über Verlust und Verletzungen und über die Schwierigkeiten, im Leben Erfüllung zu finden."    

– Bernhard Jugel, Bayerischen Rundfunk BR, 30. Dez. 2020

„Dieses schöne Gefühl“ ...

Corona-isoliert und manchmal vielleicht geradezu überwältigt von traurigen oder gar beängstigenden Nachrichten tut es gut, in einem Buch zu versinken und mitzufühlen, mitzuleiden und sich mitzufreuen: Die Liebe, das Leben, der Schmerz und der Tod … Kornelia Boje gelingt es mit ihrer unverwechselbaren Sprache sofort, die Leserinnen und Leser intensiv an den Erlebnissen ihrer Figuren teilhaben zu lassen. Am besten lässt man eine von ihnen selbst zu Worte kommen [Zitat]: „Das ist ein Roman und nicht das Leben“, flüsterte sie zurück. Aber Olga hörte sie nicht, und dieses schöne Gefühl war es, das sie in Erinnerung behielt (…).“ 
Ja, ein schönes Gefühl.

– Amazon Rezension, 26. Jan. 2021

Kornelia Boje

Kornelia Boje, geboren in Berlin, aufgewachsen in Hamburg - Schauspielerin, Roman-, Feature- und Hörspiel-Autorin, Synchronschauspielerin und Fotografin.  

Theaterengagements: Kiel, Darmstadt, Zürich, Hamburg, Frankfurt a. M., Stuttgart. Rundfunkarbeit seit 1950, TV- und Filmrollen seit 1961. Hörbücher bei verschiedenen Hörbuchverlagen. Ihr Debütroman "Ullas Erwachen" erschien 2005. Fotoausstellungen in München, Frankfurt, Köln und Berlin.