Matthias Buth

Weiß ist das Leopardenfell des Himmels

Neue Gedichte

Er beobachtet, entdeckt die Poesien der Gegenwart. Alles kann Gedicht sein. Er leidet an der Welt, aber er findet sich mit ihr nicht ab, denn er ist ein Dichter. Er schreibt funkelnde Gedichte synästhetisch verbindend, aber präzise: die Welt im Fingerhut. Kein Mäandern, ohne Ornament, Verknappung aufs Äußerste. Die Gedichte von Matthias Buth suchen und laden so den Leser zum Dialog ein, der sich mit seinen Erfahrungen in die Bildwelten des Textes einbringen kann.

Buth ist ein Sprach- und Lebensexeget wie wenige in der deutschsprachen Lyrik der Gegenwart. Walter Hinck brachte es auf den Punkt mit der Feststellung: "Selten habe ich in der Gegenwartslyrik für unendliche Verlassenheit poetische Bilder von solch tragischer Ironie gefunden.- Ich bewundere, wie Beobachtungen, Reflexionen oder Erfahrungen unmittelbar in Poesie umgesetzt werden: Keine Krücken der Vermittlung."

 

ALTER WARTESAAL IN VOHWINKEL

Da war ich gerne
Auch wenn ich nichts zu warten hatte
Eine dunkle Kammer wie eine Kapelle
Nah am Abgrund irgendwo
Rauch klebte an gelben Tischen
Der Tresen ein müder Altar vor dem sich Männer mit Hut verschwiegen
Und der Wirt ein Glas Frikadellen beschläferte
Hier wartete keiner
Die Bierdeckelstriche gaben Zeit
Ab und an wehte an der Tür der braune Vorhang auf
Und brachte Zugluft die mit Servietten spielen wollte

 

 

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