Ingolf Brökel

Hannah Habil oder

137 Ansätze

Der neue Band von Ingolf Brökel ist eine Sammlung von Texten, die ausnahmslos in den Frühstunden des Tages, sozusagen in der Phase des Erwachens „aufgebrochen“ sind. Fragmentarisches und Zufälliges, Andeutungen und Ansätze machen hier immer wieder die Augen auf: neue Einsichten und eigenartige Zusammenhänge. Ein Kaleidoskop, das über das bloße Spiel mit Sinn und Worten hinausgeht und ästhetisch Vorläufiges bietet für einen anderen Weg.

 

Baumeister sei wachsam, dass das Haus nicht einstürzt. Stell dich daneben und halt es aus, dass du daneben stehst. Oder wenn nicht, stell dich davor oder dahinter. Und schlag es, ganz in Freundschaft, dass es dich spürt. Und härter als diese Gedankengebäude, die nicht zu schlagen sind, wo man nur dahinter stehen muss oder sich wie blöd anstellen kann. Ganz zu schweigen von den einstürzenden Kartenhäusern. Baumeister stell dir dein Haus, steh dazu und mach keine Anstalten.

Apropos Apostroph: die außerparlamentarisch-oppositionelle Strophe aus dem Niederländischen. Im Deutschen der Ersatz für ein e: W`lt. Schnell kommt man mit dem Hochkomma auf die Wahrheit oder die Wahrheit auf den Strich. Jetzt`. Zahlreiche i-Kampagnen gegen das Apostroph: Einstein zum Beispiel. Auch die Zahlenkolonnen, die durch die Jahrhunderte müssen. "Nach 49" schon schwer: 49 Jahre nach Christi Geburt oder nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Der Ami setzt ein Apostroph: "nach `49". Mit Recht, losgelöst von irgendwelchen Jahrhunderten davor. Zweistellig sind die Tatsachen. Die außerparlamentarischoppositionelle Strophe aus den Niederlanden ist dann: Als Jesus 49 war/gründete er die Deutsche Demokratische Republik.