W. J. Meyke

hinfort

Köpfe, Figuren und Schrift, freie Assoziationen und Traumgebilde! Obsessiv verfolgte Werner J. Meyke die Grauzonen zwischen Wachsein und beginnendem Traum. Gelegentlich wurden geheimnisvolle Symbole, Warnungen und Drohungen, die nur mühsam zu entschlüsseln sind, daraus. Aber auch die Schönheit des Klangs der Sprache suchte er zu bannen – und somit den Klang in einen neuen Sinnzusammenhang zu verwandeln. Gleichzeitig wird auch Atmosphäre und Stimmung, die flüchtigen Skizzen fangen dies ein, fast den Elementen der japanischen Lyrik verwandt, vermittelt. Man erfährt die hinreißend leichten und zarten Formulierungen, die systematisch durch harte Einschnitte kontrastiert werden, als neue mögliche Einsichten.

Meyke schreibt seit seinem 17. Lebensjahr. Sinnsuche war darin und Impression, das flüchtige Glück des jugendlichen Augenblicks. Wie steht es aber mit der allgemeingültigen Aussage?

Bis heute gibt es Hunderte solcher Aperçus, immer auf der Suche nach dem Erkennen und Fühlbarmachen unserer Zerrissenheit, unseres Zweifels und unseres Tanzes über dem Abgrund.

Aber es geht weiter!

Nichts bleibt so wie es ist!

„Am Grunde der Moldau wandern die Steine!“

Stimmen zum Buch

Es ist ein Bekenntnis zu einer Kunst der verschlüsselten Botschaften – präzise, wild und sehr persönlich. Die Entschlüsselung entspricht dem Abenteuer des Lebens, in dem wir ständig forschen.

Olaf Schmalstieg (Theologe und Galerist)

Die literarischen Miniaturen und Gedichte für den Band „hinfort“ hat er über viele Jahre hingeschrieben. Zunächst waren es kleine Alltagsdefinitionen, dann die Wiedergabe seltsamer Beobachtungen, später leicht surreale Aperçus sowie gelegentlich hermetische Gedichte. Diese sehr spielerisch und in geheimnisvoller Symbolik.

Erika Rossner, Grafikerin

Leicht und transparent kommen Werner Meykes Gedichte daher, als literarische Bagatellen, als suggestive Kabinettstückchen. Er ist ein sensitiver Beobachter an der Peripherie unseres alltäglichen Daseins. Im freien Spiel von Spuren, Andeutungen und Verrätselungen verwirkt er Beobachtungen und Gedanken, Abschweifungen und Erinnerungen so miteinander, dass sie sich einer einfachen Sinndeutung entziehen, doch assoziativ im Leser nachwirken. Wie Monsieur Teste von Paul Valéry huldigt er im Gleichgewicht zwischen sinnlicher und geistiger Wahrnehmung der Freiheit des dichterischen Worts. „Vereinigt Euch, Lügner, Melancholiker, atmet zufrieden und berührt Euch“, heißt es in dem „Valéry“ betitelten Gedicht. Meykes Dichtung, angesiedelt in der Nähe des Symbolismus und Surrealismus, korrespondiert mit den kalligraphisch anmutenden Zeichnungen in sinnfälliger und harmonischer Weise.

Cornelia Staudacher