Andreas Degkwitz

Magenta, Yella und Despina

Snapshots von Liebe und Tod

„Bist du liiert?“, diese Frage bewegte sie allerdings immer wieder. Sie war liiert, aber empfand sie dies auch? Offenbar war dies eine weitere Frage, die sie lieber nicht beantworten wollte, wenngleich sie ihr, wie der Dessous-Laden, nicht aus dem Kopf ging: Unter der Wäsche ruhen unsere Triebe. Werden sie frei gelegt, hält sie nichts mehr. Denn an der Oberfläche sind wir gezähmt, was darunter liegt, treibt uns immer zu, immer zu – so versuchte sie, sich die Situation zu erklären und zugleich von sich wegzuschieben. Zu etwas anderem sah sich Vicki nicht in der Lage.“

Nicht nur Vicki ist zu nichts anderem in der Lage. Wer ist schon bereit, sich selbst preiszugeben? Doch stets bewegt uns unser Begehren, zu leben, zu lieben und uns zu vergessen – sei es in Leidenschaft, sei es im Tod. Das ist das Thema der „Snapshots“, die uns Magenta, Yella, Despina und alle anderen unmittelbar vor Augen führen mit Abgründen, die sich blitzartig auftun, und himmlischen Leidenschaften, die wie Sternschnuppen glühen.