Jan Cornelius

Chaplin wird Zweiter

Ein Osteuropäer flieht aus dem absurden Rumänien und erlebt Deutschland als Narrenschiff: ein Land mit behandlungsreifen Ärzten, Nachbarn, die man nur im Chatroom trifft, massenhaft hochbegabten Kindern und Müttern, die ihre Sprösslinge immer noch füttern möchten, obwohl diese schon längst der Generation 50-plus angehören. Doch neben Leuten wie dir und mir machen sich auch Charles Bronson, Frankensteins Monster, Woody Allen und immer wieder Charlie Chaplin bemerkbar, denn das Leben ist ein irrwitziger 3D-Film.


"In schönster Heine-Tucholsky-Kishon-Tradition spießt Jan Cornelius Moden und Missstände unserer Alltagswirklichkeit auf, um die Lach-, aber auch die Denknerven der Leser zu strapazieren. Mit seinem Sprachwitz gelingen dem gebürtigen Rumänien-Deutschen zuweilen Kabinettstücke, die der satirischen Kunst seiner berühmten Vorgänger in nichts nachstehen." -WDR


"Cornelius ist ein Schüler von Ionesco und Hrabal, sogar mehr als das: von Hašek. Der war bekanntlich Vater des Schwejk." - Frankfurter Rundschau

 

Auszug aus dem Vorwort: Kishon, Jan Cornelius und ich

"Jan Cornelius bin ich und kein anderer, und das hier sind nagelneue Geschichten über den Westen, in dem ich schon ewig lebe und den Osten, aus dem ich einst geflüchtet bin. Heute fühle ich mich sowohl im Osten als auch im Westen wohl, und manchmal weder hier noch dort. Zwischen allen Stühlen der Welt sitzt der Emigrant auf seinem selbstgebastelten Sessel. Die Geschichten gehen ineinander über und können eine ohne die andere gar nicht existieren, und wenn sie vielleicht das Ganze als Roman lesen möchten, habe ich nichts dagegen, nur zu, Romane verkaufen sich gut. Doch falls sie das alles als autobiographisch betrachten, dann liegen Sie falsch: Autobiographien werden heute nur noch von Leuten unter 30 geschrieben, also um eine ordentliche Autobiographie vorzulegen, bin ich schon längst nicht mehr jung genug."