Klaus Ferentschik

Bisquitkrümel

Bei diesen Bisquikrümeln handelt es sich um 77 literarische Miniaturen bzw. Mikro-romane; so kurz, dass es kürzer kaum geht und trotzdem alles darin steht. Ohne Scheu erzählen sie – auf teils humorvolle, teils aber-, für- & irrwitzige, teils traurige, teils ironische, teils sarkastische, teils vulgäre, teils mörderische (u. v. m.) Weise – von vorstellbaren und unvorstellbaren Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der erdenklichen und unerdenklichen Art. Die sie illustrierenden Tuschezeichnungen hat Horst Hussel eigens dafür geschaffen.

Vorzugsausgabe: 33 Exemplare, versehen mit einer signierten und nummerierten Original-Kaltnadelradierung
von Horst Hussel (€ 70)

Stimmen über den Autor:

Klaus Ferentschik gibt uns in diesem Band eine wunderbar wissenscha sfern gelehrte Einführung in das Wesen und die Kapriolen der ‘Pataphysik. - Neue Zürcher Zeitung

Der Roman ist ein außergewöhnliches Leseerlebnis und schärft die Wahrnehmung ungemein. - Volksstimme

Auszüge aus dem Buch:

Nomen est Omen

In keinem seiner Romane kamen Namen vor, da sie, ob gewollt oder ungewollt, immer mit bestimmten Eigenscha en in Zusammenhang gebracht werden. Diese weit verbreitete Ansicht teilte ein Autor und um zu verhindern, dass von ihm erscha ene Personen mit erwartbaren Charakteren beha et wären, versah er sie ohne Namen. Da die Kritik damit wenig anfangen konnte und mit ihrem Urteil den Umsatz seiner Bücher beträchtlich schmälerte, bat ihn der Verleger, im nächsten Roman allen Personen Namen zu geben. Wider Erwarten akzeptierte der Autor den Hinweis ohne zu murren. In seinem nächsten, äußerst umfangreichen Roman waren alle 44 vorkommenden Personen namentlich benannt. Jede der 22 Frauen hieß Erna, jeder der 22 Männer Ernst, Nachnamen gab’s keine. Trotz packender Spannung und sprachlicher Brillanz, weigerte sich der Verleger den Roman in dieser Form zu publizieren. Der Autor wiederum weigerte sich, die Personen anders zu benennen und zog den Roman sowie sich selbst zurück. Fürderhin widmete er sich der Lyrik und veröffentlichte bei einem anderen Verlag erfolgreiche Gedichtbände unter dem Pseudonym Erna Ernst.

Große Rose

Nachts träumt eine Frau von einer Verabredung, bei der ihr ein Mann zur Begrüßung eine große Rose überreicht. Da das Rendezvous nicht nach ihrer Vorstellung verläuft, verabschiedet sie sich bald, nimmt die Blume und geht. Dabei sticht sie sich an einem der Stacheln am Stiel in den Finger. Als hätte dieser Schmerz dafür gesorgt, erwacht sie in dem Moment und hält in ihrer Hand auf der Bettdecke eine große Rose.