Der Landschaftsarchitekt Kamel Louafi entwickelte im Laufe seines Schaffens aufgrund vielfältiger Erfahrungen seine eigene Position zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Unendliche Diskussionen und Auseinandersetzungen über die Kunstprojekte Dritter in den von ihm gestalteten Außenanlagen überzeugten ihn davon, in seinen Gartenanlagen auch seine eigene Kunst zu positionieren und so das Thema “Kunst” dort selbst zu besetzen. Kunst, die nur an diesem bestimmten Ort funktioniert. Kunst, die komplementär zur Freianlagengestaltung gedacht ist.

Kamel Louafi beschreibt in seinem Buch die Objekte, Räume und bildhauerischen Arbeiten, welche komplementär innerhalb des Entwurfsgerüsts der Freiräume entwickelt wurden. Sie sind Teil des Ensembles und Louafis Interpretation der Geschichte, des Ortes, der Vision, sie sind Teil der Landschaft. Jede künstlerische Annäherung und Skulptur ist in Bezug auf das Gesamtprojekt entworfen und kann nicht an einen anderen Ort verpflanzt werden, sie unterstreichen die Autonomie, ohne den Kontext zu ignorieren. 

Die Kreation entsteht zunächst wie ein Gemälde aus mehreren Schichten. Die Geometrie, die Referenzen, die Anforderungen bilden die ersten Schichten, sie werden wieder aufgenommen, instrumentalisiert, verteilt, erweitert und bilden die ersten Umrisse der gesamten Komposition. Die erste Schicht wird mit der zweiten Schicht überlagert, sie verschmelzen und bilden eine neue Schicht. Die ersten Silhouetten werden im Gestaltungsprozess entstehen, das Bild nimmt Form an, die Interpretation wird Gestalt annehmen, die Absichten werden sichtbar. Das Imaginäre ist artikuliert, es drückt die Emotion aus, es entsteht eine Erscheinung, das Auge entdeckt die Schöpfung. Es geht darum, das Unsichtbare zu artikulieren, es zu materialisieren und gleichzeitig die Ignoranz des Kontextes abzulehnen und die Kunst mit der Landschaft zu verbinden.