Kevin McAleer

Errol Flynn

An Epic Life

Das grundlegende Drama mit Errol Flynn war, dass er alles hatte – Schönheit, Charme, Talent und Intelligenz, ebenso wie eine große Anhängerschaft von ergebenen Fans und bereitwilligen Frauen. Er verkörperte das klassische Bildnis des draufgängerischen Helden und romantischen Liebhabers. Wovon andere Männer nur träumten, lebte Flynn mit einem Stil und Schwung, der jeden Film übertraf, den er gemacht hatte. Aber irgendwo auf der Reise zur cineastischen Unsterblichkeit betrat er einen Lebenswandel der Selbstzerstörung, der seine Karriere beschädigte und ihn schließlich umbringen sollte. Warum ist dies geschehen? Was waren die Zwänge, die dieses komplexe Individuum umtrieben, von seinem eigenen Vater als „Rätsel“ bezeichnet? Kevin McAleer ist nicht der erste, der sich seinen Weg durch den Irrgarten der Legende Flynns bahnt, durch die Mythen und Lügen, doch hat bisher niemand den Versuch unternommen, das epische Narrativ seines Lebens in Verse zu fassen. Nicht nur Flynns Ghostwriter des Memoirs My Wicked, Wicked Ways nannte ihn „einen der poetischsten Männer, die ich je getroffen habe“. Auch McAleer hält an der Meinung fest, dass die Biographien und weiteren Zeugnisse Flynns daran gescheitert seien, dessen Verve und Ausdruckskraft zu erfassen. Dieser sei einem Zeitalter der hochtrabenden Lyrik näher gewesen als unserer prosaischen Gegenwart. Und auch Flynn selber beteuerte gerne, dass er im falschen Jahrhundert geboren sei. Daher nimmt McAleer ihn beim Wort und erzählt Flynns Geschichte im selben Stil nach, wie die Barden die Geschichte Robin Hoods erzählten – Flynns berühmteste filmische Inkarnation.

Beim Erfassen von Flynns Leben lässt sich McAleer zudem von Lord Byrons spielerischen und scherzenden Don Juan inspirieren, dessen Stanza er verwendet. Flynn war nicht nur die Verkörperung von Byronscher Romantik, sondern einer der großen Libertins des 20. Jahrhunderts – 1948 spielte er auch die Titelrolle in dem Hollywoodfilm Adventures of Don Juan – sodass es nur allzu passend ist, das Leben von Errol Flynn mit der flotten ottava rima Strophe nachzuerzählen.

Dies ist sowohl Poesie für Menschen die denken, sie mögen keine Poesie, als auch für alle, die beißende Filmstar-Bios und eine lebenslustige Tollerei genießen.

 

Mit einem Vorwort des Autors Carey Harrison

McAleers Entschluss, seinen Helden Flynn in Byronscher Maske zu präsentieren, ist an Genialität kaum zu übertreffen. Die Umsetzung gelingt in doppelter Hinsicht: Nicht nur, dass er Flynns Charisma – in dem dieser Lord Byron so ähnlich scheint – lebendig werden lässt, McAleer tut dies auch noch in Versen von unverkennbar Byronscher Extravaganz. McAleers Witz und sprachliches Geschick sind der Wind in den Segeln dieses grandiosen Unterfangens. Sie treiben dieses herrliche, urkomische und bewegende Buch sicher voran. Es ist eine rückhaltlose Hommage, nicht nur an Flynn, sondern auch an Byron selbst sowie all die Unerschrockenen, die sich nicht scheuten, die Bühne des Lebens zu entern und ihren Platz im Rampenlicht einzufordern.

 

Lob für Kevin McAleers vielbeachtetes geschichtswissenschaftliches Werk DUELING: THE CULT OF HONOR IN FIN-DE-SIÈCLE GERMANY

McAleers Portrait von Deutschlands duellierenden Klassen ist rasant und haarsträubend zugleich. Das wundervolle Epigraph, entnommen aus W. Somerset Maugham, illustriert dies genau: „Der Mensch hat es immer einfacher gefunden, sein eigenes Leben zu opfern, als das Einmaleins zu erlernen.“

- The Wall Street Journal